Den Krebszellen auf der Spur

Das Institut für Pathologie als wichtiger Partner des Universitären Tumorzentrums des Inselspitals (UCI)

Krebs ist nicht gleich Krebs. Die Therapie einer Krebserkrankung und die Prognose zum Krankheitsverlauf sind unmittelbar von der genauen Bestimmung der Krebsart abhängig. Eine der Kernaufgabe am Institut für Pathologie der Universität Bern besteht darin, anhand von Gewebeproben eine exakte Diagnose zu stellen, damit die Patienten im Tumorzentrum des Inselspitals zielgerichtet behandelt werden können.

Früherkennung

Am grössten sind die Heilungschancen dann, wenn man eine Krebserkrankung bereits im Vorläuferstadium erkennt. Ein Pionier der Vorsorgeuntersuchung war George Papanicolauo. Der griechische Arzt beschrieb circa 1943, wie man unter dem Mikroskop ganz einfach Krebszellen des Gebärmutterhalses oder der Scheide erkennen kann. Der sogenannte «Pap Abstrich» ist heute eine routinemässige Vorsorgeuntersuchung, die in den letzten Jahrzehnten die Anzahl Todesfälle infolge Gebärmutterhalskrebs um ein Vielfaches gesenkt hat, weil man ihn früh genug erkennt. Heute wird das Mikroskop zum Teil durch digitale Bildanalyse ersetzt oder ergänzt. Auch genetische oder weitere Zusatzuntersuchungen werden immer wichtiger. Dennoch bleibt ein wesentlicher Teil in der optimalen Versorgung des Krebspatienten die korrekte und zeitnahe Diagnose.  

Dem Krebs einen Schritt voraus

Die pathologischen Untersuchungen sind entscheidend im Kampf gegen den Krebs. Mit dem Mikroskop und unter Zuhilfenahme moderner molekularer Zusatzuntersuchungen kann sichergestellt werden, dass eine auf den Patienten und auf die Krebsart ausgerichtete, gezielte Krebstherapie angeboten werden kann. Denn Krebszellen sind schlau. Sie entwickeln immer neue Methoden, um vom Körper des Erkrankten nicht erkannt zu werden. Sie überlisten das Abwehrsystem, um sich schneller und hemmungsloser als die die körpereigenen gutartigen Zellen zu vermehren. Die Pathologen müssen den raffinierten Zellen immer einen Schritt voraus sein und dem Krebs mit gezielten Untersuchungen auf die Spur gehen, damit er im Tumorzentrum möglichst effizient bekämpft werden kann. 

Heute werden die molekularen Analysen an vier verschiedenen Standorten am Inselspital und an der Universität Bern durchgeführt. Zukünftig werden diese Untersuchungen in einem Disziplinen-übergreifenden Labor, dem «Clinical Genomics Lab» zusammengeführt – einem zentralen Standbein des geplanten Zentrums für Präzisionsmedizin.

Labor für Pathologie auf dem Bundesplatz

Während dem Race for Life am 9. September 2018 auf dem Bundesplatz haben Sie die Gelegenheit, selber in die Rolle eines Pathologen zu schlüpfen. Am Stand des Tumorzentrums können Sie Gewebeproben einfärben, um Zellveränderungen sichtbar zu machen. Im mobilen Labor haben Sie auch die Gelegenheit, bereits präparierte Gewebeschnitte unter dem Mikroskop zu betrachten. Gelingt es Ihnen, entartete von gesunden Zellen zu unterscheiden und können Sie die richtige Diagnose stellen? Wer diesen ersten Schritt für die optimale Versorgung von Krebspatienten erfolgreich meistert, wird mit einem Preis belohnt.